Archiv für die Kategorie ‘Festivals’

Kacken in Wacken

Samstag, 12. Mai 2007

Jeder, der schon einmal in Wacken war, wird die dortigen Zustände kennen, insbesondere auch in Sachen gepflegter Bierschiss: Die Spültoiletten sind oft genug - je nach Zelt-Standort - entweder weit weg oder aber die Schlangen davor deuten darauf hin, dass man sich 15-30 Minuten vorher anstellen sollte. Als Alternative gibt es die Dixi-Klos, allerdings ist der hygienische Zustand dieser Dinger oftmals trotz täglicher Reinigung erbärmlich - vom üblichen Gestank der im Dixi gelagerten Kacke-Berge einmal ganz abgesehen. Ohne Sagrotan-Tücher vorher geht da nix, sofern nicht eh alles vollgeschissen ist.

Jetzt kam die Wacken-Orga auf die geistreiche Idee, dass man sich für 120 Euro vom 1.-5. August ein eigenes Dixi mieten kann, das mit einem Schloss versperrt wird, zu dem nur der /die Mieter einen Schlüssel hat / haben. Es stellt sich die Frage, wie dies umgesetzt wird. Gibt es einzelne Dixis, die in der Nähe des Zeltes aufgestellt werden? Oder bekommt man ein einzelnes Dixi auf einem der üblichen 4er- oder 6er-Blöcke? Und gibt es im Gegenzug generell mehr Dixies dieses Jahr oder gehen die gemieteten Dixies von der Gesamtzahl für alle Besucher ab? Fragen, auf die es leider auf der Wacken- Homepage keinerlei Infos gibt. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass mit dieser Aktion eine Verbesserung der sanitären Zustände für die Massen einhergehen wird.

Es passt hervorragend zum W:O:A, dass man dort inzwischen sogar noch wortwörtlich aus Scheisse Geld machen will.

Full Metal Village = Full Metal Werbung?

Mittwoch, 18. April 2007

In letzter Zeit wird auf diversen Metal-Websites, vor allem auf der Wacken-Homepage, der so genannte “Heimatfilm” Full Metal Village gehyped. Angeblich soll dieser Doku-Streifen was erzählen von der Begegnung verschiedener Kulturen und ähnlichem Gesülze. Schön, dieses Filmchen hat zwar den 28. Max Ophüls-Preis bekommen, über den sich vor allem die Redakteurin Sung-Hyung Cho wie ein kleines Kind freuen dürfte, aber wer sich mal den Trailer anschaut, bekommt schlichtweg das Schnarchen: ein paar Schnappschüsse vom ländlichen Schleswig-Holstein, Kühe auf den Wackener Kuhwiesen, Bauern- und Rentner- Gebrabbel und natürlich massig Szenen vom Wacken Open-Air. Man könnte natürlich auch schlicht denken, dass der Film in weiten Teilen nichts weiter ist als ein billiger Werbefilm für das WOA-Festival. Und welche Kulturen sollen sich da schon begegnen? Eine laute Subkultur und die typisch deutschen Spießer, die es mittlerweile verstanden haben, diese Subkultur ebenso zu melken wie den Rest des Jahres ihre Rindviecher. Was stehen sie doch alle pünktlich zum WOA mit ihren Tischen, Pavillons, belegten Brötchen und Bierkisten vor ihren Häusern rum in der Hoffnung, dass die Metalheads ihnen ihren billigen Plunder vergolden. Kurzum, Wacken ist inzwischen nur noch die Begegnung von Heavy Metal und grenzenlosem Kommerz.

Aber solange immer noch genügend hörige Kommerznutten in Wacken ihre Zelte aufschlagen, wird das Festival immer mehr zu einer seelenlosen Veranstaltung á la Love Parade. Wenigstens die Bauern aus Wacken sind realistisch und konsequent: das ganze Jahr über melken sie ihr Vieh, zum Festival melken sie das langhaarige Zahlvieh, das teils vollkommen realitätsresistent bis heute an das “von Fans für Fans”-Geschwafel der Veranstalter glaubt, die noch immer vom Kultfaktor der ersten Jahren zehren.

Wer für einen Werbefilm ins Kino gehen will, kann das natürlich gerne tun. Denn auch unter Metalfans muss es ja Deppen geben, oder?

Niederländische Christen-Faschisten gängeln Elsrock-Festival

Freitag, 30. März 2007

Spätestens seit den Terroranschlägen von Islamisten in den USA und Europa wittern auch christliche Extremisten wieder Morgenluft, die in den USA eh schon immer ihre radikale, faschistoide Grütze verbreiten. Auch außerhalb der USA recken solche Spacken nun wieder langsam ihre verblendeten, irren Köpfchen empor und meinen, sie könnten den Menschen wieder vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen hätten. In den Niederlanden haben solche christlichen Kackbirnen nun dafür gesorgt, dass das Elsrock-Festival 2007 nur unter Auflagen stattfinden kann:

Die Organisatoren müssten sich bereit erklären sicherzustellen, «dass keine blasphemischen Wörter gebraucht werden und dass die Ehre von Gottes Namen nicht beschmutzt wird », erklärte der Bürgermeister der Ortschaft Rijssen, Bort Koelewijn, in seinem Genehmigungsschreiben.

Hat diese Witzfigur eigentlich ein Ei am wandern? Schon einmal etwas von künstlerischer Freiheit gehört? Dazu gehört auch die Freiheit, blasphemisch und teils gar beleidigend und provozierend sein zu dürfen. Aber das ist noch nicht alles, es drohen gar Sanktionen:

«Sollte es zu Blasphemie kommen, werde ich den Bezirkstaatsanwalt auffordern, dies strafrechtlich zu verfolgen», schrieb der Bürgermeister weiter.

Ach Du Scheisse, ein radikaler Christ-Faschist im Stadium des fortgeschrittenen Hirntodes! Noch besser aber kommt die Begründung für die Auflagen:

Das Elsrock-Festival hatte im vergangenen Jahr unter Christen Empörung ausgelöst. Zwei religiöse Parteien erklärten, Heavy Metal sei «gekennzeichnet von Songtexten über Tod und Verwesung und von Gesängen, die zwischen höllischem Geheule und tiefem Gegrunze wechseln».

Ich lach mich schlapp! Wahrscheinlich wechseln solche Hohlbirnen auch noch die Straßenseite, wenn ihnen ein Schwarzer entgegenkommt oder jemand ein Pentagramm um den Hals trägt. Tod und Verwesung gehören nunmal zum Leben dazu, ihr verblödeten Sekten-Spinner - auch für Leute, die an beknackte Märchen von einem göttlichen Himmelreich glauben. Im Unterschied zum dämlichen Gejaule in den Kirchen klingt Heavy Metal wenigstens geil, macht Spass und verkauft sich gut, ihr chronisch merkbefreiten Intelligenz-Allergiker. Dieser Bürgermeister und die Beschwerdeführer waren sicher keine schlauen Kinder.

Das Problem:

Das Elsrock-Open-Air fand 2006 zum ersten Mal in Rijssen statt. Die Ortschaft 120 Kilometer östlich von Amsterdam liegt im so genannten niederländischen Bibelgürtel.

Mein Tipp an die Veranstalter: Einen anderen Veranstaltungsort suchen, wo die Leute noch mehr Grips als Glauben haben. Es dürfte auch in den Niederlanden genügend Ortschaften geben, die sich nach einem Festival mit bis zu 1.200 Besuchern als zusätzliche Einnahmequelle die Finger lecken und verbohrten Christen-Faschisten keinen Fußbreit nachgeben. Oder klagen, im Zweifelsfall vor einem europäischen Gericht. Wehret den Anfängen!

Taake fliegt aus dem Ragnarök-Billing

Montag, 26. März 2007

Nach der sehr schlauen Aktion von Sänger Hoest sind Taake nun auch vom Billing des Ragnarök-Festivals geflogen. Herzlichen Glückwunsch!

Taake baut Kacke

Sonntag, 25. März 2007

Wie diversen Quellen zu entnehmen ist, hat die Band Taake neulich bei einem Konzert in Essen ziemlichen Mist gebaut. Besser gesagt deren Sänger Hoest. Dieser kam ordentlich angesoffen mit einem Hakenkreuz auf der Brust auf die Bühne und bewarf das Publikum mit allerlei Kram, beispielsweise mit Glasflaschen. Ein Besucher berichtet:

Hoest kam mit nem Hakenkreuz auf die Brust gekritzelt auf die Bühne, voll wie 10 Russen, und im Laufe des Konzert wurde es immer schlimmer. Erst spukte er nur ins Publikum, dann schuppste der irgendwelche Kinder voll auf die Bretter von der Bühne hinunter, später flogen Glasflaschen ins Publikum/gegen Wände - und trafen auch. Viele Leute waren enttäuscht, dass sich Taake ausgerechnet gestern als degenerierte Naziwichser outen mussten. Völlig zurecht hat Hoest als er von der Bühne ging auch noch vom Veranstalter des Konzertes eins aufs Maul bekommen (…) Zum Glück gab es genug Leute, die Becher zurückwarfen und der Band den Rücken zugekehrt haben, als auch den Mittelfinger zeigten.

Danke, Taake, wirklich toll! Und wir deutschen Metaller dürfen uns wegen solcher Wichser dann wieder generell als Nazis beschimpfen lassen. Als sei das Verhalten beim Gig noch nicht bescheuert genug, legt Taake-Sänger Hoest nochmal nach:

“We will now censor certain symbols for the rest of the tour, and we truly apologize to all of our collaborators who might get problems because of the Essen swastika scandal (except for the Untermensch owner of that club; you can go suck a Muslim )!”

Das PartySan Open Air zog die Konsequenzen und kickte Taake kurzerhand vom Billing. Ob das Ragnarök-Festival nachzieht, bleibt abzuwarten, wäre aber wünschenswert. Solchem Gesindel die rote Karte!


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