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Wacken Open Air als Ballermann 666?

Mittwoch, 17. Oktober 2007

The Holgmann weist bei den Wacken-Spacken darauf hin, dass Wacken immer mehr zu einem Ballermann 666 geworden sei:

Genau, Wacken mutiert langsam zum Ballermann 666. Man sollte Security auf den Zeltplätzen Streife laufen lassen, vor allem ab Sonntag morgen, wenn die rituellen Zeltabfackelungen auf den Camping Only-Grounds stattfinden. Die Veranstalter wissen es seit Jahren, blarren nur herum und unternehmen nix.

Es ist schon komisch, wenn alle Welt die Probleme und Kritikpunkte in Wacken klar benennt, aber die Veranstalter bislang immer noch vielfach so getan haben, als gäbe es keine Missstände. Da man den Besuchern nicht in de Kopf gucken kann, ob sie wirklich Metaller sind oder nur saufende Vollidioten, die vorher immer zum Ballermann geflogen waren, wäre eine durchgreifende Security-Streife eine gute Idee. Wer erfahren müsste, dass er bei massivem Asi-Verhalten und Gewalt umgehend Hausverbot / Platzverweis samt abgeschnittenem Bändchen riskiert, würde sich spätestens im folgenden Jahr überlegen, ob er noch einmal hinfährt, wenn es ihm eh nur um Saufen und Gepöbel geht.

Hinsichtlich der Zeltabfackelungen könnte sich auch in Wacken die beim Summer-Breeze übliche Praxis bewähren,  die brennenden Zelte samt Autos und Kennzeichen zu fotografieren, so dass man die Urheber zur Verantwortung ziehen kann, z.B. mit Strafgebühren in Höhe von 500-1.000 Euro. Andererseits lässt das Verbrennen von Müll und Zelten auch darauf schließen, dass die Veranstalter bisher eines sträflich vernachlässigt haben: einen würdigen Abschluss des Festivals. Wie wäre es stattdessen  mal mit einem richtig geilen Feuerwerk oder einem anderen verbindendem Ritual, so dass mit der Zeit die Zeltverbrennung als übliches Abschluss-Ritual verdrängt würde?

Oder wie wäre es mit einer Veröffentlichung der Kostenaufstellung für das Löschen der Brände und der Entsorgung der Müllberge, kombiniert mit einem positiven Aufruf? Ob man dies nun so gestaltet, dass z.B. die eingesparten Kosten für einen guten Zweck gespendet werden oder ein Teil in eine Ticket-Verlosung fließt, wäre an sich egal. Hauptsache, das Verbrennen von Zelten und Müllbergen würde von der Community schließlich geächtet, so dass sich jeder Abweichler dem Druck der Massen ausgesetzt sähe. Unter dem Strich wäre so eine Maßnahme wohl sogar noch billiger als Feuerwehr und Entsorgung.

Warum ist man im WOA-Office offenbar so unkreativ?

Link-Tipp: Wacken-Spacken

Dienstag, 07. August 2007

Auf der Site Wacken-Spacken wird einmal dokumentiert, was die Veranstalter des Wacken Open Air dieses Jahr so alles an Mist gebaut haben und was sie sich noch alles an Dreistigkeiten gegenüber Fans rausnehmen.

Der Nutzen: Nächstes Jahr wird niemand sagen können, dass bestimmte Probleme neu wären oder dass es keine andere Möglichkeit gab, obwohl es schon jetzt Unmengen an Verbesserungsvorschläge in diversen Foren inklusive dem Wacken-Forum gibt, die nicht die Welt kosten, sondern Peanuts und nur einen Funken Kundenfreundlichkeit bei den Veranstaltern.

Entweder man lernt endlich aus den Fehlern, nimmt Kritik an und ändert was, oder man geht den Weg des Dynamo-Festivals - in den verdienten Untergang.

Fan-Verarschung á la Wacken

Donnerstag, 02. August 2007

Wacken säuft mal wieder ab. Dadurch, dass es einige Tage vorher wohl ordentlich geschüttet hat, ist der Boden mal wieder aufgeweicht wie ein Schwamm, so dass die Schlammschlacht wieder vorprogrammiert ist. Das war schon Tage vorher bei den Webcam-Bildern vom Aufbau im Festival-Bereich zu sehen. Noch gestern früh gegen halb neun schrieb WackenKai auf der Homepage:

Liebe Metalheads,

die Anreise startet jetzt und die Sonne scheint dazu….

die Flächen trocknen gut ab und alles ist gut.

Irgendwie kam man sich da ja schon verarscht vor, denn wer die Bodenverhältnisse auf dem Acker von Wacken kennt, der weiß, dass knapp unter dem Gras noch jede Menge Wasser schlummert, das durch ein bisschen Sonne sicher nicht wegtrocknet, sondern durch den Anreiseverkehr eher den Boden zu einer einzigen Matschfläche machen wird. So kam es dann auch. Knapp drei Stunden später schreibt WackenKai dann:

Liebe Metalheads,
aufgrund der dramatisch schlechten Wettersituation bis Dienstagvormittag und der daraus resultierenden schlechten Bodenbeschaffenheit geben wir folgendes bekannt:

Wir müssen in diesem Jahr leider aufgrund höherer Gewalt strikt trennen zwischen Parken und Campen, da einige Wiesen mit dem Auto definitiv nicht befahrbar sind und wir die Ordnung und Sicherheit gewährleisten müssen.

Die Ordner werden Euch den Weg zur Camping Area weisen.

Wohnwagen, Camper, VW-Busse und die die in ihrem Auto schlafen wollen, bleiben natürlich an ihrem Fahrzeug.

Des weiteren müssen wir ein komplettes Fahrverbot auf dem gesamten Park-und Campinggelände aussprechen.

Öhm, wie war das noch gleich mit “Campen am Auto”? Klasse, macht sicher Spass, kistenweise Bier und Campingkram quer über den Wackener Sumpfacker zu schleppen. Das fanden offenbar auch zahlreiche Metalheads nicht lustig und beschwerten sich. Gegen halb drei schreibt dann WackenIngo:

Liebe Metalheads,

gemäß unseren Ankündigungen schreiben uns jetzt ganz „Schlaue“, das in unserem Festival ABC – ja aber steht, das wir Campen am Auto garantieren und auch Grünflächen.

Grünflächen haben wir auch weiterhin, jedoch sind diese aufgrund von höherer Gewalt zur Zeit nicht befahrbar, so dass man zur Zeit direkt am Auto nicht campen kann.

Also zunächst werden offenbar diejenigen, die sich beschweren, als Dummköpfe, Nörgler oder Querulanten beleidigt, denn nichts anderes bedeuten wohl die Anführungszeichen bei den Schlauen. Höhere Gewalt - als ob es das erste Mal wäre, dass das Gelände absäuft! Heißt also: Wir haben zwar Grünflächen, aber nur unter Wasser, und am Auto campen geht auch nicht. Kurzum, es handelt sich um Mängel, um die man sich als Veranstalter kümmern sollte, wenn man ein Leistungsversprechen gegeben hat und die Fans für jeden Furz abkassiert. Man könnte ja als kleine Entschädigung beispielsweise die Duschen kostenfrei anbieten, damit sich die von der Schlepperei verschwitzten Metalheads wenigstens erfrischen können. Aber auf so einfache kleine Gesten kommt man im Geldspeicher Büro der Wacken-Veranstalter wohl nicht. Ein fetter Sturm, stunden- oder tagelanger Platzregen oder ähnliches sind bei anderen Festivals höhere Gewalt. In Wacken reicht dafür ein bißchen Regen über ein paar Tage verteilt - lächerlich!

Der max. Weg ist 800 m über die Grünflächen. Ein Shuttleverkehr kann es nicht geben, da die Flächen Feld an Feld liegen, sowie würde man dann noch mehr kaputt fahren. Wir müssen die Flächen erstmal schonen und freihalten für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge.

Ist ja hübsch, dass man wenigstens daran denkt, dass noch Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge aufs Gelände müssen, schließlich könnte bei der diesjährigen Kombination aus dem üblichen Matschacker (”Wackener Wattenmeer”), gnadenloser Überfüllung und Unmengen Alkohol ja wieder der eine oder andere Metaller ins Gras beißen. Nur nützt das den ganzen Metalheads nichts, die in dem Glauben angereist sind, am Auto campen zu können und oftmals bis unters Dach bepackt sind.

Heute morgen gab es dann auf der Wacken-Homepage ein paar warme Worte vom W:O:A Team nach dem Schema “1000 Dank” an alle, welche die üblich chaotische Situation in Wacken ohne Murren ertragen hatten. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Orga gewohnt chaotisch / überfordert und das Gelände genauso Scheisse ist wie all die Jahre zuvor. Apropos Scheisse, die Duschen und Klos sind teilweise nicht nutzbar, weil die Ver- und Entsorgungsfahrzeuge wohl trotz der Schlepperei der Metalheads doch nicht so einfach zu den Standorten der Container und Dixies kommen. Das ist angesichts der tonnenschweren Fahrzeuge, die in dem Schlamm ordentlich einsacken und dann nicht mehr wegkommen, nun wirklich kein Wunder.

Wenigstens hat man auf dem Festivalgelände großzügig Stroh und ähnliches Material verteilt, so dass man dort halbwegs normal gehen kann. Sollte es allerdings erneut regnen, dürfte auch das sehr bald im Schlamm verschwinden.

Was für ein Glück, dass es für mich das letzte Mal Wacken ist. Nächstes Jahr wird es dann heißen: “Nach Wacken? - Geh kacken!”

Die kriegen es einfach nicht anständig hin, obwohl sie Jahr für Jahr die Fans immer mehr von vorne bis hinten abzocken. Da hilft halt nur eine Abstimmung mit den Füßen, zum Beispiel zum MetalCamp oder zum SummerBreeze.

Spruch des Tages

Mittwoch, 01. August 2007

Das Wacken Open Air ist doch nur noch ein großer Haufen Kommerz-Scheisse, um den sich Jahr für Jahr immer mehr Fliegen tummeln.

Warum dieses Jahr mein letztes Wacken wird

Sonntag, 29. Juli 2007

Mal ehrlich, wohl fühlen kann man sich in Wacken schon lange nicht mehr. Jedes Jahr werden immer mehr Leute auf den bei Regen blitzschnell absaufenden Kuhwiesen und Ackern zusammengepfercht, so dass einige Metalheads geographisch schon außerhalb des Ortes zelten und 15-30 Minuten Fußmarsch bis zum Festivalgelände in Kauf nehmen müssen.

Dann wäre da die grandiose Fan-Abzocke an allen Ecken und Enden, die locker mit Veranstaltungen wie Rock am Ring mithalten kann. Allerdings beschränkt sich die Abzocke in Wacken nicht auf das Festival-Gelände, sondern auch auf die Anwohner, die mit ihren pappigen Aufback-Brötchen und Aldi-Bier im Pavillon sabbernd vor ihren Häusern stehen und sich den Plunder von den Metalheads vergolden lassen wollen.

Die Veranstalter missbrauchen außerdem die in den vergangenen 18 Jahren auf Kosten der Fans aufgebaute Geldmacht zu immer häufigeren Exklusiv-Verpflichtungen von Bands, so dass diese im gleichen Jahr nicht mehr auf anderen Festivals in Deutschland auftreten können. Bei Reunions oder richtigen Krachern mag das ja Sinn machen, aber nicht wie aktuell z.B. bei der 0815-Band Children of Bodom für 2008, die mir persönlich zum Glück eh komplett am Allerwertesten vorbeigeht.

Die geographische Lage von Wacken am Arsch der Welt von Schleswig Holstein macht die Anreise für alle, die südlich von Niedersachsen anreisen, besonders lästig, insbesondere via ÖPNV. Und bei der Anreise wäre auch schon der nächste Kritikpunkt: Bei anderen Festivals ist es üblich, dass die Leute frühestens am offiziellen Anreisetag oder maximal einen Tag vorher auf den Campground gelassen werden. Das macht es möglich, seine ohnehin begrenzten Urlaubstage sauber planen zu können. Nicht so in Wacken. Da reisen viele Bekloppte schon 3 Tage und mehr vorher an und sichern sich so natürlich die besten Plätze auf dem Campground. Wer zum offiziellen Anreisetermin kommt, landet dann häufig mit seinem Zelt irgendwo in der Pampa und läuft sich die Füße wund. Warum? Weil man natürlich die Gebühren für Food- und NonFood-Stände in die Höhe schrauben kann, wenn man den Händlern nicht nur für drei Tage Festival, sondern für eine ganze Woche potentielle Kundschaft zusagen kann. Aber was habe ich bitte davon, schon drei Tage vor den Auftritten auf dem Wackener Acker zu hocken???

Ein Bekannter, der neulich frisch vom Metalcamp zurückkam, brachte es ganz gut auf  den Punkt:

Wacken hat mit Metal vielleicht noch so viel zu tun wie das Oktoberfest mit dem bayrischen Alltag.

Ich finde, da hat er vollkommen Recht.

Wacken: Wer Abzocker ist, bestimmen wir!

Freitag, 20. Juli 2007

Etwas merkwürdig mutet eine Newsmeldung von WackenKai an, in der er mitteilt, dass die Warteliste für WOA-Tickets geschlossen werde:

Liebe Metalheads,

auf Grund der jetzt schon langen Warteliste für eventuell wieder frei werdende W:O:A Tickets 2007, müssen wir diese ab sofort schliessen, da die weitere Aussicht auf das Erlangen eines Tickets mittlerweile nicht mehr gegeben ist.

Metalheads die sich heute bis 15.30 h bei Metaltix.com registriert haben - bekommen auch ihr Ticket!

Also wie jetzt? Natürlich ist niemand so blöd und gibt sein Ticket zum normalen Preis zurück, wenn er bei eBay dafür 200-250 Euro bekommt. Ich vermute mal, dass die Tickets für die Warteliste wohl zum einen Teil von stornierten Bestellungen stammen oder man vielleicht einen kleinen Rest für die Tageskasse am ersten Tag reserviert hatte, damit ohne Ticket weit anreisende Irre noch ihr Ticket bekommen.

Aber was heißt das, dass alle, die sich bei Metaltix registriert haben, ihr Ticket bekommen? Eines aus dem Rest-Pool oder weitere? War die Meldung “Sold out!” vielleicht nur ein Marketing-Gag, damit endlich alle ihr Ticket ordern und nicht bis zur letzten Woche vor dem Festival warten? Das wissen wohl nur die Veranstalter.

Amüsant ist hingegen folgende Warnung von WackenKai, keine Tickets bei eBay zu kaufen:

Vor Ticketkauf bei EBAY und auf dem Schwarzmarkt möchten wir euch nur warnen!!!!! Ausserdem sind dieses keine Metalheads - sondern nur Abzocker! Supportet diese bitte nicht auch noch.

Muahahahaha!
Junge, wer erhöht denn von Jahr zu Jahr die Ticket-Preise, zockt die Fans mit immer neuem schwachsinnigen Tand und Schund aka “Gimmicks” ab und verlangt von den Food- und Nonfood- Händlern so exorbitante Standgebühren, dass diese ebenfalls gezwungen sind überhöhte Preise zu kalkulieren? Ist da auch eBay dran schuld? Wohl kaum, oder? Natürlich sind viele von denen, die bei eBay gleichzeitig 5 Tickets und mehr gleichzeitig oder gar mehrfach rausgehauen haben, keine Metalheads. Genauso wie die Döner-Alis, die bei ausverkauften Konzerten immer häufiger herumstehen und den Leuten einerseits billig Tickets abluchsen wollen, während der Kollege am anderen Ende der Straße steht und die Dinger zu fetten Preisen wieder verkauft. Das sind Händler, Schwarzhändler, vielleicht aber sogar normale Kaufleute, die nur der Gewinn interessiert, egal ob sie mit Tickets, Autos oder Frauen handeln. Und da schließt sich der Kreis. Denn auch die Wacken-Veranstalter sind Kaufleute, z.B. Industriekaufmann, und sind ebenfalls nur an Gewinn und schönen Zahlen in Schwarz interessiert, vor allem auf den eigenen Konten und denen der ICS GmbH. Warum hat man denn sonst wohl schon den Vorverkauf der Xmas-Pakete im Juli begonnen, um die Gagen für Iron Maiden auslegen zu können, ohne dazu den Gewinn des diesjährigen Festivals antasten oder einen Kredit aufnehmen zu müssen? Ob die Gagen überhaupt so früh gezahlt werden müssen, ist eine ganz andere Frage, möglicherweise ist es ja auch nur eine geringere Sicherheitsleistung oder ähnliches. Vielleicht bekommt das W:O:A-Team aber auch einfach nur mal wieder den Hals nicht voll.

Die Kritik an eBay und Schwarzhändler kann daher nur als verlogen und bigott bezeichnet werden. Solange die Tickets dort echt und gültig sind, sind es einfach Tickets, an denen Ihr, liebes W:O:A-Team, auch schon Euren Anteil verdient habt. Da Euer Angebot erschöpft ist, aber noch Nachfrage besteht, steigen eben die Preise für die nachgefragten Tickets. Das ist ganz banale Marktwirtschaft und kein böser Budenzauber oder ein Verbrechen. Angesichts der steigenden Preise bei eBay haben sich nämlich offenbar auch Hunderte Metalheads entschieden auf das WOA-Festival 2007 zu verzichten und sich lieber die Kohle einzustecken, z.B. als Budget für ein anderes Festival. Das ist durchaus legitim. Deshalb sollte das W:O:A Team sich lieber geschlossen halten, wenn es um Abzocke geht, denn:

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Wacken-Tickets bei eBay und das Ende einer Ära

Mittwoch, 18. Juli 2007

Ist es nicht putzig? Kaum ist das Wacken Open Air (WOA) ausverkauft, kriechen all die professionellen und privaten Schwarzhändler aus ihren Löchern. Nachdem bekannt geworden war, dass das W:O:A 2007 ausverkauft ist, waren zunächst knapp über 120 Tickets im Angebot, von denen viele bei Preisen um die 200 Euro und darüber hinaus den Besitzer wechselten. Die Zahl der Angebote erhöhte sich in den letzten Tagen stündlich und liegt im Moment trotz zahlreicher Verkäufe in der Zwischenzeit bei über 260 Stück.

Auffällig waren diverse eBay-Benutzer direkt aus dem Kreis Steinfurt, in dem auch Wacken liegt, die mal eben 5-10 Tickets oder gar die gleiche Zahl vollständige Xmas-Pakete pro Nase aus dem Hut zauberten. Mal ehrlich, wer wirft 500-1.000 Euro aus dem Fenster um die Tickets nachher vielleicht nur für den Einkaufspreis oder - falls beispielsweise ein Headliner abgesagt hätte - für weniger als den Einkaufspreis zu verkaufen? Ganz zu schweigen von dem nervigen Gefummel bei eBay, die eBay-Gebühren und Provisionen. Es gab Gerüchte, dass es sich bei diesen Verkäufern möglicherweise um Mitarbeiter, Freunde, Familienmitglieder oder Geschäftspartner der Wacken- Veranstalter ICS Festival Service GmbH handeln könnte, die auf diesem Wege aus einem zurückbehaltenen Kontingent noch mehr Gewinn rausholen wollen. Denn wie man ja an den jährlich steigenden Preisen bei Tickets, Verpflegung, Merchandising etc. sieht, ist den Veranstaltern vor allem eines wichtig: wie sie an so viel Geld der Fans wie möglich kommen.

Neben diesen zweifelhaften Verkäufern stieg aber auch die Zahl der Einzelverkäufe. Garniert mit lächerlichen Ausflüchten wie Verletzungen, Krankheit, Beginn der Ausbildung, Krankenhausaufenthalt oder “privaten Gründen”, bieten sie ihre Tickets bei eBay an und hoffen auf den großen Reibach. Ganz nach dem Vorbild der Veranstalter: Abzocke von Fans für Fans. Da sind die wirklichen Schwarzhändler wenigstens ehrlich und sparen sich solche Ausflüchte. Denn wenn ich wirklich Metal-Fan bin, mit meiner Clique hinfahren und bestimmte Bands sehen will, dann ist es mir auch egal, ob ich mit dem Verkauf des Tickets zuzüglich zum Originalpreis mal eben 100 oder 150 Euro Gewinn machen könnte. Da wirken die Ausflüchte in den meisten Fällen wie eine Art Verdrängung der eigenen Gier.

Vielleicht wollen manche aber auch lieber den Gewinn nutzen um zu einem anderen Festival zu fahren, das nicht am Arsch der Welt oder zumindest näher an ihrem Wohnort liegt. Mit ein paar frisch von Wacken-Spacken abgezockten Kröten extra in der Tasche macht das Party.San, Summer-Breeze oder M’era Luna (je nach Geschmack) sicher gleich noch mehr Spass, oder? :mrgreen: Vielleicht sind die frühen Verkäufer der Wacken-Tickets aber auch ins Metal-Camp nach Slowenien gefahren, wo sie neben arschgeilen Bands auch einen Strand und Wasser haben. Irgendwie haben die Slowenen in Sachen Bands mit der gerade mal 4. Veranstaltung ein Billing auf die Beine gestellt, das locker mit dem 18. Wacken Open-Air mithalten kann. Aus Süddeutschland ist die Anreise wahrscheinlich auch noch wesentlich kürzer als ins norddeutsche Kuhdorf Wacken. Bei Google Maps scheint in der Übersicht sogar noch die Anreise zum Metal-Camp von Frankfurt am Main aus kürzer zu sein als der Weg nach Wacken. Gut möglich, dass Wacken bald nur noch für Gäste aus dem Ausland und den nördlichen Teil Deutschlands eine Rolle spielt, während der Rest ins Metal-Camp, zum Earthshaker oder den anderen oben erwähnten Festivals düst. Ohnehin sollte man sich zwischendurch auch mal auf anderen Festivals im In- und Ausland umschauen, dann verliert das W:O:A mitunter sehr schnell seinen Reiz. Dieser (geld-)gefräßige Dinosaurier unter den Festivals kann mit diversen anderen Veranstaltungen, wo neue Köpfe mit frischen Ideen und Konzepten bei der Arbeit sind, einfach nicht mehr mithalten. Gönnen wir dem Wacken-Dino also sein Rentner-Dasein und machen wir uns auf zu neuen, interessanteren Ufern!

Rest in peace, Wacken!

PS: Ich habe mein Wacken-Ticket seit Monaten an der Pinnwand hängen und werde - zum letzten Mal - auch hinfahren. So wie man auch zur Beerdigung eines alten Freundes fährt, mit dem man ein paar positive Erinnerungen verbindet.

Zitat des Tages

Samstag, 14. Juli 2007

Irgendwie will mich das Gefühl beschleichen, dass schon beträchtliche Zeit das “Event Wacken” rein gar nichts mehr mit jedweder Metal-Trveness zu tun hat.

Für mich persönlich hat Wacken die Relevanz einer beliebigen anderen gesichtslosen Massenfestivität - wie etwa das Oktoberfest.

Tobias Mummert in der Newsgroup de.alt.music.metal

Wacken: Weihnachten beginnt im Juli?

Mittwoch, 04. Juli 2007

Ich gebe zu, ich halte das Wacken Open Air seit Jahren nur noch für eine primitive Kommerz- Veranstaltung auf dem Niveau der Love Parade oder The Dome. Dennoch tue ich es mir dieses Jahr noch einmal an, um es mir bei wahrscheinlich brütender Hitze und noch mehr reingequetschten Besuchern als in den Jahren zuvor endgültig abzugewöhnen. Daran ändert es dann auch nichts mehr, dass für das W:O:A 2008 bereits Iron Maiden und Kreator bestätigt wurden. Und weil bei solchen Bands wie Iron Maiden natürlich die Gagen teils vorab gelöhnt werden müssen, startete das W:O:A-Team just Anfang Juli den Vorverkauf für das X-Mas Package und begründet dies mit großer Anfrage, mit der wahrscheinlich die gute alte Nachfrage gemeint ist. Vielleicht wollen sie sich aber auch nur noch schnell das Geld der Metal-Fans sichern, bevor diese völlig genervt und bis aufs letzte Hemd abgezockt vom diesjährigen Festival abreisen und nicht mehr wiederkommen wollen. Denn wenn eines in Wacken Tradition hat, dann ist es die Fan-Abzocke an allen Ecken und Enden - mit jedem Jahr umso mehr.

Ich kann es jedenfalls nicht mehr hören, das hohle und verlogene Geschwafel der Orga von wegen “von Fans für Fans”. Genauso kann ich auch nicht mehr das Bullshit- und Buzzword-Bingo hören, mit dem jedes Jahr neuer überflüssiger Quatsch vergoldet werden soll, z.B. Full Metal Bag, Full Metal Service, Full Metal Village und all der andere Kram, der nur noch eine einzige Full Metal-Verarschung ist.

Aber ich hätte noch eine weitere “tolle”Geschäftsidee für Wacken: ein Full Metal Fuck-Zelt oder -Container, in dem die Besucher vor Ort zur Band ihrer Wahl den Nachwuchs zeugen und sich auf Wunsch dabei mit Foto oder Video verewigen lassen können. Wahlweise kann das später noch um Aufnahmen von der Geburt ergänzt werden, die fortan einmal jährlich als DVD erscheinen. Bei zu geringer Nachfrage dieses Dienstes könnte man das Zelt / den Container ja mit ein paar Professionellen aus Hamburg bestücken. Aber das wäre wahrscheinlich genauso sinnig wie mit Holz in den Wald zu gehen…

Neu: Festival-Reviews.de / Verlosung

Sonntag, 27. Mai 2007

Sicher kennst Du das auch: Du warst auf einem geilen Metal-Festival und willst anderen davon berichten, damit im nächsten Jahr noch mehr Leute hinkommen. Oder eines der großen Festivals war jenseits des Billings vielleicht der letzte Mist und Du willst das loswerden. In den Foren der Festival-Websites geht es meist drunter und drüber. Außerdem gibt es bei fast jedem Festival eine “Fan-Kurve”, die kritische Ansichten schnell zerpflückt und so einen konstruktiven Dialog erschwert.

Deshalb gibt es jetzt Festival-Reviews.de. Dort kannst Du eigene Reviews zu den von Dir besuchten Festival schreiben, Bilder in eine Galerie hochladen und einbinden sowie in einem angebundenen Forum mit anderen Festivalbesuchern diskutieren.

Alle, die sich bis zum 01.06.2007 bei Festival-Reviews.de anmelden und ein Review über das Rock Hard Festival 2007 schreiben, nehmen automatisch an einer Verlosung teil.

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