Warum dieses Jahr mein letztes Wacken wird

Mal ehrlich, wohl fühlen kann man sich in Wacken schon lange nicht mehr. Jedes Jahr werden immer mehr Leute auf den bei Regen blitzschnell absaufenden Kuhwiesen und Ackern zusammengepfercht, so dass einige Metalheads geographisch schon außerhalb des Ortes zelten und 15-30 Minuten Fußmarsch bis zum Festivalgelände in Kauf nehmen müssen.

Dann wäre da die grandiose Fan-Abzocke an allen Ecken und Enden, die locker mit Veranstaltungen wie Rock am Ring mithalten kann. Allerdings beschränkt sich die Abzocke in Wacken nicht auf das Festival-Gelände, sondern auch auf die Anwohner, die mit ihren pappigen Aufback-Brötchen und Aldi-Bier im Pavillon sabbernd vor ihren Häusern stehen und sich den Plunder von den Metalheads vergolden lassen wollen.

Die Veranstalter missbrauchen außerdem die in den vergangenen 18 Jahren auf Kosten der Fans aufgebaute Geldmacht zu immer häufigeren Exklusiv-Verpflichtungen von Bands, so dass diese im gleichen Jahr nicht mehr auf anderen Festivals in Deutschland auftreten können. Bei Reunions oder richtigen Krachern mag das ja Sinn machen, aber nicht wie aktuell z.B. bei der 0815-Band Children of Bodom für 2008, die mir persönlich zum Glück eh komplett am Allerwertesten vorbeigeht.

Die geographische Lage von Wacken am Arsch der Welt von Schleswig Holstein macht die Anreise für alle, die südlich von Niedersachsen anreisen, besonders lästig, insbesondere via ÖPNV. Und bei der Anreise wäre auch schon der nächste Kritikpunkt: Bei anderen Festivals ist es üblich, dass die Leute frühestens am offiziellen Anreisetag oder maximal einen Tag vorher auf den Campground gelassen werden. Das macht es möglich, seine ohnehin begrenzten Urlaubstage sauber planen zu können. Nicht so in Wacken. Da reisen viele Bekloppte schon 3 Tage und mehr vorher an und sichern sich so natürlich die besten Plätze auf dem Campground. Wer zum offiziellen Anreisetermin kommt, landet dann häufig mit seinem Zelt irgendwo in der Pampa und läuft sich die Füße wund. Warum? Weil man natürlich die Gebühren für Food- und NonFood-Stände in die Höhe schrauben kann, wenn man den Händlern nicht nur für drei Tage Festival, sondern für eine ganze Woche potentielle Kundschaft zusagen kann. Aber was habe ich bitte davon, schon drei Tage vor den Auftritten auf dem Wackener Acker zu hocken???

Ein Bekannter, der neulich frisch vom Metalcamp zurückkam, brachte es ganz gut auf  den Punkt:

Wacken hat mit Metal vielleicht noch so viel zu tun wie das Oktoberfest mit dem bayrischen Alltag.

Ich finde, da hat er vollkommen Recht.

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